Es fällt mir schwer, mich einer Kunstrichtung zuzuordnen; ich gerate auch immer in Verlegenheit, weil ich auf die Frage: “Welchen Stil vertreten Sie denn?”
eigentlich keine richtige Antwort weiß. Auf den ersten Blick sind meine Arbeiten z.T. vielleicht Karikaturen, aber hintergründig geht es mir immer um Lebensgefühl, um zwischenmenschliche Beziehungen, um Psychologie und Philosophie.
Dabei sind die Bilder aber nicht Illustrationen meiner Gedanken, sondern existieren eigenständig und vorrangig, so daß ich manchmal geneigt bin, meine Muttersprache mit “bildnerisch” anzugeben. Ich arbeite ästhetisch im
ursprünglichen Sinn des Wortes (‘aisthetikos’: griech.= wahrnehmbar). Ich nehme wahr das menschliche Leben, seinen Ernst, seine Lust, auch meine Lust, den Ernst ausdrücken zu dürfen. Ich möchte Kunst nicht machen unter
Marktgesichtspunkten, nicht als Mode oder krampfhafter Suche nach Innovation und auch nicht für irgendeinen ‘-ismus’. Ich fasse Kunst als authentischen Ausdruck eines authentischen Daseins auf. Um dem noch einen etwas
übergeordneten “Kunstbegriff” hinzuzufügen, ein Zitat aus Carlos Castanedas “Reise nach Ixtlan”: “Die Kunst des Kriegers besteht darin, den Schrecken, ein Mensch zu sein, und das Wunder, ein Mensch zu sein, miteinander in Einklang
zu halten”. Ich wünsche mir, mich in dieser Kunst noch lange üben zu dürfen.Bernd Baldus |